Das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht
Bezirksliga-Meister FC Eldagsen will mit seiner jungen Mannschaft noch für Furore sorgen
Als
die Fußballer des FC Eldagsen fünf Spieltage vor Saisonende die
Tabellenführung in der Bezirksliga 4 übernahmen, sagte der Vorsitzende
Karl-Heinz Westenfeld noch: „Das wäre ja ein Ding aus dem Tollhaus,
wenn diese Truppe nach zwei Jahren im Bezirk durchmarschieren würde.“
Einen Monat später stand Eldagsen tatsächlich Kopf, denn mit dem
4:0-Erfolg gegen Ronnenberg am letzten Spieltag machte der FCE den
Titel tatsächlich perfekt. Zum Stück aus dem Tollhaus wurde das Ganze
allerdings erst in der Sommerpause, denn wegen fehlender eigener
Jugendteams durfte das Team von Trainer Karsten Bürst nicht in die
Landesliga aufsteigen – der Fall beschäftigte alle Instanzen der
Verbandssportsgerichtsbarkeit.
Auch
wenn es mit dem Aufstieg nicht geklappt hat – Bürst ist „Stolz wie
Bolle“ auf seine junge Truppe: „Was die Mannschaft geleistet hat, ist
der Hammer. Das kann uns auch keiner mehr nehmen.“ Wie erfolgreich das
Jahr werden könnte, deutete sich schon in der Hallensaison an: Die
Eldagsener spielten bei den Turnieren des FC Springe, des FC Bennigsen
und bei ihrem eigenen mit – alle drei gewannen sie. „Das hat uns
beflügelt“, sagt Bürst. Der Start in die Rückrunde auf dem Rasen fiel
mit einem 0:0 gegen Springe und einer unglücklichen Niederlage gegen
Titelkonkurrent Tündern zwar mäßig aus. Danach folgten aber elf Spiele
ohne Niederlage. „Das war der Grundstein zur Meisterschaft“, sagt
Bürst.
Wohl
keine Mannschaft der Liga trat so geschlossen auf wie der FCE. „Im
kämpferischen Bereich ist die Mannschaft oft über ihre Grenzen
gegangen“, sagt der Trainer. So bogen die Eldagsener auch scheinbar
aussichtslose Spiele noch um, etwa das beim FC Stadthagen, als sie in
der 89. Minute das 0:2 kassierten – und noch mit 3:2 gewannen.
In
der laufenden Saison ist der Titelzug schon abgefahren, der Rückstand
auf Spitzenreiter FC Stadthagen beträgt bereits 16 Punkte. Unzufrieden
ist Bürst deswegen nicht. Denn auf eigenem Platz ist seine Elf noch
ungeschlagen, das sei nach dem Hin und Her um den Aufstieg in der
Sommerpause „umso bemerkenswerter“.
Die
Eldagsener überwintern als Fünfter, das ist der Platz, den sie am Ende
der Saison belegen wollen. Bürst ist sicher, dass seine Elf in den
kommenden Jahren zu noch mehr fähig ist: „Es steckt noch so viel
Potenzial in der Mannschaft, das sie noch nicht abgerufen hat. Die
Jungs sind noch nicht am Ende der Fahnenstange, die können in den
nächsten Jahren noch für Furore sorgen.“
Neue Deister Zeitung, 15.12.2011
Ernst und Feuerhake - die klaglosen Reservisten
Die Ersatzkeeper des FC Springe und FC Eldagsen können mit ihrer Rolle als Nummer 2 gut leben
Fußball.
Sie trainieren so viel, wie alle anderen, sie nehmen jede
Auswärtsfahrt auf sich – zum Einsatz kommen sie aber selten.
Ersatztorwart ist einer der undankbarsten Posten für einen Fußballer.
Aber auch ein ganz wichtiger. Alexander Ernst (FC Springe) und Philipp
Feuerhake (FC Eldagsen) sind bei den beiden Springer Bezirksligisten
jeweils die Nummer 2. Wie gehen sie mit ihrer Situation um?
„Ich
komme ganz gut damit klar“, sagt Feuerhake. Wegen seines Jobs als
Krankenpfleger im Hamelner Klinikum schafft er es ohnehin nicht immer
zum Training und zu den Spielen. „Aber er versucht so oft es gut, seine
Schichten so zu legen, dass er dabei sein kann“, sagt FCE-Trainer
Karsten Bürst. Er ist froh, dass er Feuerhake hat. An Stammkeeper
Patrick Bürst komme er zwar nicht vorbei, „aber er hat
Bezirksliga-Niveau, ich weiß, dass ich ihn jederzeit ins Tor stellen
kann“, so Bürst. Ganz wichtig für den Trainer: „Ich habe selten einen so
pflegeleichten Spieler erlebt. Er beschwert sich nie, sorgt aber im
Training für gute Stimmung.“ Das liegt auch am Verhältnis der beiden
Torhüter untereinander: „Wir arrangieren uns ganz gut“, sagt Feuerhake.
„Ich kann mir von Patrick viel abgucken. Und er hat kein Problem damit,
dass ich im Pokal spiele.“ Die Einsätze im Bezirkspokal sind die
Belohnung für seinen Trainingsfleiß.
„Eine
gewisse Anspannung ist immer da, weil man nie weiß, ob man ran muss“,
sagt er. Einmal musste er kurzfristig einspringen, als sich Bürst im
Heimspiel gegen Boffzen verletzte. Bitter für Feuerhake: Auch er
verletzte sich und schied aus.
Für
seinen Springer Kollegen Alexander Ernst ist Nervosität kein Problem:
„Das sehe ich ganz entspannt“, sagt der 25-Jährige. Auch er hat mit der
Reservistenrolle kein Problem – aus ähnlichen Gründen wie Feuerhake:
„Anfang der Saison war ich für einige Wochen beruflich in Argentinien“,
sagt er. Auch bei seinem vorherigen Klub SV Koldingen hatte er eine
Weile nicht gespielt. „Ich musste erstmal fit werden“, sagt Ernst. Er
kam bislang nur in der Vorbereitung zum Einsatz – und im Punktspiel
gegen Union Stadthagen, als Trainer Franz Genschick ihn angesichts
einer 7:1-Führung in der 60. Minute einwechselte.
Genschick
hält große Stücke auf seine Nummer 2. Im Vorjahr fehlte ihm ein
starker zweiter Torwart, als Stammkeeper Daniel Hake mit einem
Bandscheibenvorfall ausfiel, bekamen die Springer arge Probleme. „Mit
Daniels Rücken kann immer was passieren“, sagt Genschick. Er hofft es
nicht, Ernst auch nicht, der Ersatzkeeper sagt aber auch: „Ambitionen
auf die Nummer 1 hat man natürlich immer.“ Er will seine Chance in
Springe suchen. „Ich fühle mich wohl hier“, sagt Ernst. „Und ich bin
kein Wandervogel.“ Genschick wird es gerne hören – Konkurrenz beflügelt
schließlich beide Torhüter.
Am
Wochenende müssen Ernst und Feuerhake wohl eher nicht auf die Bank –
dass die Spiele des FCS (morgen, 14 Uhr, gegen Evesen) und des FCE
(Sonntag, 15 Uhr, in Leveste) angepfiffen werden, ist angesichts der
Wetterlage höchst unwahrscheinlich. Die Partie Bad Pyrmont – Hagen
wurde bereits abgesagt.
Neue Deister Zeitung, 09.12.2011
Nienstädt ist besser, aber Eldagsen effektiver
FCE gewinnt letztes Heimspiel des Jahres mit 3:1 und bleibt auf eigenem Platz ungeschlagen
Bezirksligist
FC Eldagsen hat seinen Heimnimbus bgewahrt. Die Schwarz-Gelben
gewannen ihr letztes Spiel auf eigenem Platz in diesem Jahr mit 3:1
(1:0) gegen den SV Nienstädt. Die Gäste waren dabei über weite Strecken
spielerisch klar überlegen – Eldagsen überzeugte aber mit hoher
Effektivität vor dem Tor.
„Spielerisch
war Nienstädt das Beste, was ich in den letzten drei, vier Monaten
gesehen habe. Keine Ahnung, warum die nicht im oberen Drittel stehen“,
sagt FCE-Coach Karsten Bürst. Die Gäste kontrollierten in der ersten
Hälfte das Geschehen und brachten die Eldagsener Abwehr, in der Tim
Barten als Manndecker einsprang, weil Benjamin Timmermann und Adrian
Gottschalk ausfielen, immer wieder in Schwierigkeiten. Gut, dass Keeper
Patrick Bürst einen glänzenden Tag erwischt hatte. In der neunten
Minute klärte der „Lange“ sehenswert gegen Patrick Benecke, der
allerdings nicht frei zum Schuss gekommen wäre, hätte Bürst sich bei der
Flanke nicht verschätzt – es blieb sein einziger Fehler.
Nienstädt
ließ weitere gute Chancen ungenutzt: Christos Christou schoss einmal
knapp vorbei (4.) und traf im Nachschuss nur die Latte, nachdem schon
der Distanzschuss von Sebastian Grohs an die Unterkante des Querbalkens
geprallt war (37.). Matthias Hüsam hätte nach einer Hereingabe von Jan
Carganico fast ein Eigentor produziert (33.), Julian Hoffmeyer
scheiterte an Bürst.
Auf
der anderen Seite prüfte André Gehrke Nienstädts Keeper Bjarne Mücke
(6.), danach blieben zwingende Chancen Mangelware. So halfen die Gäste
beim schmeichelhaften Führungstreffer kräftig mit: Tim Schwarze
rutschte in eine Flanke von Marius Westenfeld, traf den Rücken von
Bjarne Mücke und von dort sprang der Ball ins Tor.
Nach
dem Seitenwechsel kamen auch die Gastgeber immer besser ins Spiel –
und zu Chancen. Gleich die erste ernstzunehmende führte zum 2:0. Gehrke
lief frei auf Mücke zu, umspielte ihn – und wurde vom Keeper von den
Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Gehrke selbst (60.).
Zehn Minuten später ließ Marius Westenfeld SVN-Kapitän Renke Mücke
stehen und traf ins lange Ecke zum 3:0 – damit war die Entscheidung
gefallen. Renke Mücke verkürzte zwar noch per Strafstoß, nachdem
Sven-Erik Nold eine Flanke von Pascal Holz an die Hand gesprungen war
(81), in Gefahr geriet der Eldagsener Sieg aber nicht mehr.
„Kämpferisch
war es super, wir haben ein enormes Laufpensum abgespult“, so
FCE-Coach Bürst, „aber in der ersten Halbzeit hatten wir Glück, dass
der Lange drei, vier Dinger rausgeholt hat.“
FC Eldagsen: Bürst – Voges, Geide, Barten – Wendler (46. Engelhardt), Hüsam, Gehrke, Nold, B.Westenfeld – Marx, M.Westenfeld.
Tore: 1:0 Eigentor B.Mücke (36.), 2:0 Gehrke (60./ Foulelfmeter), 3:0 M.Westenfeld (70.), 3:1 R.Mücke (81./Handelfmeter).
Neue Deister Zeitung, 05.12.2011
Marx ist wieder ganz dicht dran an der Startelf
Eldagsens Stürmer im Aufwind / FCE morgen gegen Nienstädt erstmals seit vier Wochen wieder zu Hause
Fußball
(jab). Dreimal in Folge musste der FC Eldagsen zuletzt auswärts ran.
Ganze drei Punkte sprangen dabei heraus. Am morgigen Sonnabend (14 Uhr)
haben die Schwarz-Gelben endlich wieder ein Heimspiel. Daheim ist der
FCE in dieser Saison noch ungeschlagen – und will es auch nach der
Partie gegen den SV Nienstädt noch sein.
Die
Erleichterung nach dem 2:0-Erfolg am vergangenen Wochenende in Bevern
sei deutlich zu spüren gewesen, sagt Eldagsens Trainer Karsten Bürst.
Spielerischen Glanz habe seine Elf dabei nicht verbreitet, „aber der
Kampf war super. Der Sieg war wichtig, auch wenn es beim Schlusslicht
war“. Der Erfolg soll auch für das morgige Heimspiel Aufwind geben,
zumal Nienstädt nicht gerade der Lieblingsgegner des FCE ist: „Gegen
die haben wir noch nie so richtig gut gespielt“, sagt Bürst. Das
Hinspiel verlor seine Elf 0:1, ließ dabei die Einstellung vermissen. In
der Beziehung macht sich der Trainer keine Sorgen: „Zu Hause sind wir
eine ganz andere Mannschaft.“
Benjamin
Timmermann (privat verhindert) und Adrian Gottschalk
(Lungenentzündung) fallen aus. Tim Barten rückt dafür in die Abwehr.
Benjamin Rathe plagen nach seinen Einsätzen gegen Barsinghausen und FC
Stadthagen wieder starke Schmerzen im Knie. Marius Westenfeld plagen
Rückenprobleme. Im Angriff hat Bürst allerdings wenig Sorgen, denn
Christian Marx „ist im Kommen“.
Der
24-Jährige, der vor der Saison aus Nordstemmen kam, kann sich
Hoffungen auf einen Platz in der Startelf gegen Nienstädt machen. Im
letzten Testspiel vor Beginn der Serie hatte Marx sich einen Bänderriss
zugezogen. „Ich habe länger gebraucht als ich dachte, um fit zu
werden“, sagt er. Über 90 Minuten war er bislang nur selten dabei.
„Erst drei oder viermal“, so Marx. Etwa genauso oft wurde er ein- oder
ausgewechselt. Viele Einsätze waren es noch nicht, dennoch erzielte er
bereits sechs Tore. „Mit der Quote bin ich ganz zufrieden“, sagt er, „in
der Rückrunde will ich aber noch mehr Tore machen.“
In
der Jugend und in den ersten eineinhalb Herrenjahren spielte Marx beim
VfV Hildesheim, wechselte dann zu seinem Heimatverein VfL Nordstemmen.
Seine angestammte Position war bis dahin immer im zentralen
Mittelfeld, erst Bürst machte ihn in Eldagsen zum Stürmer. „Ich gewöhne
mich dran“, sagt Marx, „und der Trainer lässt uns viele Freiheiten.
Ich tausche während des Spiel öfter die Positionen mit André Gehrke und
Marius Westenfeld.“
Nicht
nur seine Trefferquote will Marx nach der Winterpause erhöhen. Er ist
auch überzeugt, dass der FCE in der Rückrunde mehr Punkte holt als in
der Hinserie: „Wir haben viele Punkte unglücklich liegengelassen.“
Neue Deister Zeitung, 02.12.2011